Monatliche Heizlastverteilung nach VDI 2067

Warum wir im Sommer nicht heizen und was das für die Wärmepumpe bedeutet.

Das typische Heizprofil (VDI 2067)

Wer seine Energiekosten genau berechnen will, darf nicht nur auf den Jahresverbrauch schauen. Besonders bei der Kombination von Wärmepumpe und Photovoltaik ist entscheidend, wann die Energie benötigt wird.

Warum ist der Monat wichtig?

Eine Photovoltaik-Anlage liefert den meisten Strom im Sommer (Mai bis August). Die Heizung hingegen läuft vor allem im Winter (November bis März) auf Hochtouren. Dieses Ungleichgewicht ist der Grund, warum man mit einer PV-Anlage zwar "bilanziell" seinen kompletten Heizstrom erzeugen, ihn aber physikalisch im Winter oft nicht selbst nutzen kann.

Um dies realistisch abzubilden, nutzen wir im Rechner die Gradtagszahlen nach VDI 2067 Blatt 1. Diese Norm beschreibt statistisch, wie viel Prozent des Jahresheizbedarfs auf welchen Monat entfallen.

Die Verteilung nach VDI 2067

In Deutschland verteilt sich der Heizwärmebedarf typischerweise wie folgt (vereinfachtes Standardprofil):

MonatAnteil am Jahresbedarf
Januar16,0 %
Februar13,0 %
März10,0 %
April6,0 %
Mai2,0 %
Juni0,0 %
Juli0,0 %
August0,0 %
September2,0 %
Oktober7,0 %
November12,0 %
Dezember14,0 %

(Hinweis: Die Werte können je nach Klimazone und Gebäudedämmung leicht variieren. Summe weicht in der Norm leicht ab, wir normieren auf 100%.)

Was bedeutet das für meine Wärmepumpe?

  1. Kernwinter (Dez-Feb): Fast 45% des gesamten Heizbedarfs fallen in diese drei Monate. Hier sind die PV-Erträge am geringsten. Der Autarkiegrad sinkt.
  2. Übergangszeit (Mär/Apr & Okt/Nov): Hier liegt das größte Sparpotenzial! Die Wärmepumpe läuft, und die Sonne scheint schon/noch stark genug, um einen relevanten Teil des Stroms zu liefern.
  3. Sommer (Mai-Sep): Hier wird fast nur Energie für Warmwasser benötigt (falls über die WP bereitet). Die PV-Anlage deckt diesen Bedarf meist zu 100% spielend ab.

Rechner-Konfiguration

In unserem Rechner verwenden wir dieses Standardprofil als Basis. In den erweiterten Einstellungen (sofern aktiviert) können Sie diese Verteilung anpassen, falls Ihr Gebäude ein besonderes Verhalten aufweist (z.B. Passivhaus mit sehr kurzer Heizperiode oder schlecht gedämmter Altbau).

Selbst berechnen?

Nutzen Sie unseren Rechner, um Ihre persönliche Ersparnis zu ermitteln.

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