Regionale Förderung

Zusätzliche Förderprogramme von Bundesländern, Kommunen und Energieversorgern

Regionale Förderung

Was sind regionale Förderprogramme?

Neben der Bundesförderung (BAFA/KfW) gibt es in vielen Bundesländern, Städten und Gemeinden zusätzliche Förderprogramme für Wärmepumpen und energetische Sanierung. Auch Energieversorger bieten häufig eigene Zuschüsse an.

Doppelt gefördert: Regionale Förderungen sind meist mit der Bundesförderung kombinierbar. Sie können also BAFA-Zuschuss und Landesförderung erhalten!

Arten regionaler Förderung

Landesförderung

Förderprogramme der Bundesländer:

  • Ergänzende Zuschüsse zur Bundesförderung
  • Zinsverbilligte Landeskredite
  • Spezielle Programme für bestimmte Regionen
  • Oft an Landesbanken angebunden (z.B. L-Bank, NRW.BANK)

Kommunale Förderung

Städtische und gemeindliche Programme:

  • Direkte Zuschüsse der Kommune
  • Klimaschutzprogramme
  • Quartierskonzepte mit Sonderförderung
  • Oft zeitlich befristete Aktionen

Förderung durch Energieversorger

Programme von Stadtwerken und EVUs:

  • Zuschüsse für Wärmepumpenstrom-Kunden
  • Vergünstigte Wärmepumpentarife
  • Contracting-Angebote
  • Kombiniert mit Wartungsverträgen

Übersicht nach Bundesländern

Wichtiger Hinweis

Regionale Förderprogramme ändern sich häufig. Die folgenden Informationen geben einen Überblick - prüfen Sie immer die aktuellen Konditionen auf den offiziellen Websites!

Baden-Württemberg

Klimaschutz-Plus

  • Zuschüsse für Wärmepumpen in Bestandsgebäuden
  • Zusätzlich zur Bundesförderung
  • Über die L-Bank

Wohnen mit Zukunft: Erneuerbare Energien

  • Zinsverbilligte Darlehen
  • Bis zu 100.000 € pro Wohneinheit

Bayern

10.000-Häuser-Programm (ausgelaufen, Nachfolgeprogramme prüfen)

  • Früher: Zuschuss für PV + Speicher
  • Aktuell: Neue Programme in Vorbereitung

Kommunale Programme:

  • Viele Städte haben eigene Förderprogramme (München, Nürnberg, Augsburg)

Berlin

BENE - Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm

  • Zuschüsse für erneuerbare Wärme
  • Ergänzend zur Bundesförderung
  • Über die IBB

Brandenburg

RENplus 2014-2020 (Nachfolgeprogramme prüfen)

  • Förderung erneuerbarer Energien
  • Über die ILB

Bremen

Wärmeschutz im Wohngebäudebestand

  • Zuschüsse für energetische Sanierung
  • Ergänzend zur Bundesförderung

Hamburg

Hamburger Energielotsen

  • Beratung und Förderung
  • Zuschüsse für Wärmepumpen
  • Über die IFB Hamburg

Hessen

Hessen-Kredit Energetische Förderung

  • Zinsverbilligte Darlehen
  • Über die WIBank

Kommunale Programme:

  • Frankfurt: Klimabonus
  • Wiesbaden, Darmstadt: Eigene Programme

Mecklenburg-Vorpommern

Klimaschutzförderrichtlinie

  • Zuschüsse für erneuerbare Energien
  • Über das Landesförderinstitut

Niedersachsen

NBank Wohnraumförderung

  • Zinsverbilligte Darlehen
  • Ergänzend zur Bundesförderung

Kommunale Programme:

  • Hannover, Braunschweig, Oldenburg: Eigene Klimaschutzprogramme

Nordrhein-Westfalen

progres.nrw

  • Zuschüsse für Wärmepumpen
  • Bis zu 2.500 € für Sole-/Wasser-Wärmepumpen
  • Ergänzend zur Bundesförderung

Kommunale Programme:

  • Köln, Düsseldorf, Münster: Eigene Förderprogramme

Rheinland-Pfalz

Zukunftsfähige Energieinfrastruktur (ZEIS)

  • Zuschüsse für erneuerbare Energien
  • Über die ISB

Kommunale Programme:

  • Mainz, Koblenz: Eigene Programme

Saarland

Klima Plus Saar

  • Zuschüsse für energetische Sanierung
  • Ergänzend zur Bundesförderung

Sachsen

Richtlinie Energie und Klimaschutz

  • Zuschüsse über die SAB
  • Schwerpunkt Bestandsgebäude

Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt ENERGIE

  • Zuschüsse für erneuerbare Wärme
  • Über die IB Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Energetische Stadtsanierung

  • Quartierskonzepte
  • Zusätzliche Förderung in definierten Gebieten

Thüringen

Solar Invest

  • Zuschüsse für erneuerbare Energien
  • Über die TAB

Kommunale Programme:

  • Erfurt, Jena, Weimar: Eigene Klimaschutzprogramme

So finden Sie Ihre regionale Förderung

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Bundesland prüfen

  • Website der Landesförderbank besuchen
  • Aktuelle Programme für "Heizungstausch" oder "erneuerbare Energien" suchen

2. Kommune prüfen

  • Website der Stadt/Gemeinde
  • Suchbegriffe: "Klimaschutz", "Förderung", "Heizung", "Wärmepumpe"
  • Oder direkt beim Bürgeramt/Klimaschutzbeauftragten anfragen

3. Energieversorger prüfen

  • Website des lokalen Stromversorgers
  • Fragen nach Wärmepumpen-Zuschüssen oder Sondertarifen

4. Förderdatenbanken nutzen

  • foerderdatenbank.de (BMWK)
  • Energieagentur des Bundeslandes

Nützliche Anlaufstellen

Online-Datenbanken:

Persönliche Beratung:

  • Energieberatung der Verbraucherzentrale
  • Lokale Energieagenturen
  • Klimaschutzbeauftragte der Kommune

Kombinierbarkeit

Was ist kombinierbar?

Meist kombinierbar:

  • BAFA + Landesförderung (in den meisten Bundesländern)
  • BAFA + Kommunale Förderung (sofern keine Doppelförderung)
  • BAFA + Energieversorger-Zuschuss (in der Regel problemlos)
  • KfW-Kredit + regionale Zuschüsse (für den Eigenanteil)

Grenzen der Kombinierbarkeit

Kumulierungsgrenze: Die Summe aller Förderungen darf meist nicht 100% der förderfähigen Kosten übersteigen. Einige Programme haben niedrigere Grenzen (z.B. 90% oder 80%).

Prüfen Sie immer:

  • Kumulierungsregeln des jeweiligen Programms
  • Maximale Förderhöhe (absolut und prozentual)
  • Antragsreihenfolge (manche Programme erfordern Erstantrag)
  • Nachweispflichten (oft müssen andere Förderungen angegeben werden)

Beispielrechnung mit regionaler Förderung

Beispiel: Wärmepumpe in NRW mit progres.nrw

Sole-Wasser-Wärmepumpe: 45.000 € Förderfähige Kosten (BAFA): 30.000 €

FörderungBerechnungBetrag
BAFA Grundförderung30% von 30.000 €9.000 €
BAFA Klimabonus20% von 30.000 €6.000 €
BAFA Effizienz-Bonus5% von 30.000 €1.500 €
progres.nrwPauschal2.500 €
Gesamtförderung19.000 €

Eigenanteil: 26.000 € (statt 45.000 €)

Tipps für maximale Förderung

Do's

  • Früh recherchieren: Regionale Programme haben oft begrenzte Mittel
  • Antragsfristen beachten: Viele Programme haben Stichtage
  • Reihenfolge einhalten: Oft muss BAFA zuerst beantragt werden
  • Alles dokumentieren: Rechnungen und Nachweise aufbewahren
  • Energieberater fragen: Kennen oft lokale Fördermöglichkeiten

Don'ts

  • Nicht ohne Prüfung starten: Erst alle Förderungen recherchieren
  • Fristen nicht verpassen: Einige Programme sind schnell ausgeschöpft
  • Nicht doppelt beantragen: Gleiche Kosten nicht mehrfach fördern lassen
  • Kumulierungsgrenzen beachten: Sonst droht Rückforderung

Häufige Fragen

Wie erfahre ich von neuen regionalen Förderprogrammen?
  • Newsletter der Energieagentur Ihres Bundeslandes abonnieren
  • Lokale Zeitung und Amtsblatt verfolgen
  • Regelmäßig die Förderdatenbank des Bundes prüfen
  • Ihren Energieberater fragen
Kann ich regionale Förderung auch nachträglich beantragen?

Das hängt vom jeweiligen Programm ab. Viele erfordern einen Antrag vor Maßnahmenbeginn, einige erlauben auch nachträgliche Anträge innerhalb bestimmter Fristen. Prüfen Sie die Bedingungen vorab!

Was mache ich, wenn es in meiner Region keine Förderung gibt?

Dann profitieren Sie "nur" von der Bundesförderung (BAFA/KfW), die aber bereits sehr attraktiv ist. Prüfen Sie auch Angebote von Energieversorgern und fragen Sie bei Ihrer Kommune nach geplanten Programmen.

Muss ich regionale Förderung beim BAFA-Antrag angeben?

Ja, im BAFA-Antrag müssen Sie angeben, ob Sie weitere Förderungen beantragen oder erhalten. Dies dient der Prüfung der Kumulierungsgrenzen.

Sind die Förderprogramme jedes Jahr gleich?

Nein, regionale Programme ändern sich häufig. Budgets werden aufgestockt oder erschöpft, Konditionen angepasst, Programme auslaufen oder neue aufgelegt. Aktuelle Recherche ist daher unerlässlich.

Zusammenfassung

Regionale Förderung im Überblick:

  • Zusätzlich zur Bundesförderung verfügbar
  • Drei Quellen: Bundesland, Kommune, Energieversorger
  • Meist kombinierbar mit BAFA/KfW (Kumulierungsgrenzen beachten)
  • Recherche lohnt sich: Mehrere tausend Euro zusätzlich möglich
  • Aktuelle Infos wichtig: Programme ändern sich häufig
  • Frühzeitig informieren: Vor Maßnahmenbeginn recherchieren

Empfehlung: Nutzen Sie Förderdatenbanken und fragen Sie bei Ihrer Kommune und Ihrem Energieversorger aktiv nach!

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